Das renovierte Schlafzimmer

Hier noch ein paar Bilder vom renovierten Schlafzimmer. Eine schöne Entdeckung während dieser Arbeiten war auch die Benutzung von Kalkfarbe und Kalkzement. Das hatte ich schon einige Jahre früher ausprobiert, aber erst jetzt richtig nach den Aleitungung umgesetzt (man muss für Kalkfarbe erst Kalkwasser erstellen, also Wasser, in dem sich der Kalk aufgelöst hat, und dann den Kalk für die Pigmente hinzufügen). Mit der Kalkfarbe sind die Mauern über den Öfen im Schlafzimmer und Wohnzimmer gestrichen.

Ausbesserung der Isolierung und neuer Fußboden im Schlafzimmer

Im letzten Frühling war schon ziemlich klar, dass durch eine Schwachstelle zwischen Küchen- und Schlafzimmerwand Nager in den Unterboden eindringen konnten. Ich hatte zwar ein Loch schon verschlossen, aber es musst noch mehr geben. Gleichzeitig hatten wir auch gemerkt, dass der Fußboden im Schlafzimmer einen starken Farb- und Lösungsmittelgeruch entwickelt hatte. Das Zimmer war vorher Werkstatt und Speicher gewesen und wir waren uns des Risikos schon bewusst, als wir den Fußboden gleich im ersten Sommer gestrichen hatten. Wir dachten, die Farbe könnte die verschütteten Flüssigkeiten und deren Gerüche überdecken.

Jedenfalls habe ich mir im Oktober fünf Tage frei genommen, um den Fußboden im Schlafzimmer auszutauschen und in der Küche die Isolierung zu reparieren. Dazu mussten natürlich erst alle Planken im Schlafzimmer herausgenommen werden. In der Küche reichten zum Glück fünf Planken vor der Einganstür und unter der Spüle. Spüle und Geschirrspüler waren also auch das Einzige, was ich entfernen musste.

Gleich konnte man einige recht große Gänge im Isolierungsmaterial sehen, ein totes Tier gehörte auch zum Inventar. Im Schlafzimmer sind wir dann an allen Wänden entlang gegangen, haben die Isolierung beseite geschoben und zusätzliche Gitter an den Saum von Wand und Unterboden angebracht, denn von dort aus hatten die Tiere ihre Eingangslöcher gebaut.

Auf der Küchenseite musste ich noch eine neue Durchführung für die Wasserleitungen bauen. Man hat mir empfohlen, sie zu mauern, weil man nur dann sicher sein kann, dass sie nicht wieder durchgenagt wird. Das Mauern ging erstaunlich gut.

In der Küche brauchte ich zwei Tage, um alles wieder am Platz zu haben, im Schlafzimmer dauerte es etwas länger: im Laufe meiner freien Tage hatte ich alle Ecken geschützt, die Isolierung ergänzt und etwa ein Drittel der neuen Bodendielen installiert. Das Projekt ging dann über die nächsten zwei Wochenenden noch weiter.

Die Schlafzimmerdielen mussten noch gestrichen werden, dann warteten wir ein paar Wochen, dass sie ordentlich trocknen. Im November ging es weiter mit dem Tapezieren der Wände. Wie ich den Spannkarton angebracht habe, habe ich hier geschrieben.

 

Spannkarton und Tapezieren

In einem alten Haus ist es existenziell wichtig, mit atmenden Materialien zu arbeiten, damit sich kein Kondenzwasser etwa an undurchlässigen Schichten bilden kann (z. B. eine Dampfsperre, wie sie meistens in neue Häuser eingebaut wird), dass irgendwann besonders in dem feuchten finnischen Klima zu Schimmelbildung führen würde.

Wir hatten die alten Spannkartonwände in unserem Schlafzimmer entfernt, weil sie so dreckig gewesen sind. Einige Jahre hatten wir die dunklen Balken sichtbar, stellten aber fest, dass es irgendwie nicht zum Stil dieses Hauses passte, so schön auch das Holz aussieht. Die Balken waren eben auch ursprünglich nicht dafür gedacht gezeigt zu werden, waren also einfach nicht besonders schön geglättet.

Man könnte mit verschiedenen Platten die Wand verkleiden, auch Gipsplatten würden sich eignen, machen natürlich die Wand völlig grade, was dann wieder zur mit Laufe der Zeit gekrümmten Decke nicht mehr passen würde. In einem alten Haus kommt man schnell in einen Teufelskreis, wenn man eine Wand begradigen will, dass dann auf einmal die anderen Wände, die vorher in Ordnung waren, auch alle schief aussehen. Damit wollte ich erst gar nicht anfangen.

An die Außenwand habe ich Holzfaserplatten genagelt (12 mm), die eine kleine zusätzliche Dämmung leisten. Darauf wurde sog. Makulaturtapete, also unbedruckte Papiertapete geleimt. Die Malereien sind auf diese Papiertapete gemacht. Auch die anderen Wände wollte ich mit diesen Platten verkleiden, aber ich habe die Säume nicht wirklich inbekommen. Die Platten folgten auch stark dem Verlauf der Bohlen, die innerhalb der Wand teilweise sehr schief waren. Nach etwas Bedenken, weil es sich um ein anspruchsvolles Verfahren handelt, habe ich mit für die alte Technik der Spannkartons entschieden. Ein Karton (die Bahn ist 1,5 m breit!) wird über Nacht mit Wasser befeuchtet, sodass er sich ausdehnt. Dann an den Rändern an die Wand genagelt, bevor er trocknen kann. Beim Trocknen spannt sich der Karton dann und zieht sich über die ganze Wand stramm.

Wir hatte damit schon Erfahrung im Wohnzimmer, wo wir es aber von einer Malerin machen ließen (siehe hier). Durch einige YouTube-Videos ermutigt, habe ich mich dann an die Arbeit gemacht.

Für das erste Mal ist es ganz gut geworden, aber natürlich wird ein Fachmann all die Fehler, die ich gemacht habe, schnell sehen. Teilweise hat die Befestigung an den Rändern, die mit Nägeln vorgenommen wird, wieder nachgegeben. An einigen Stellen habe ich wohl auch nicht schnell genug gearbeitet, sodass der Karton schon angetrocknet war, bevor ich ihn ausreichend befestigen konnte. Also hat er sich dann auch nicht mehr genügend gespannt.

Auf diesen Spannkarton kann man nur Papiertapeten kleben, weil die heutzutage üblichen Non-Woven-Tapeten sich nicht mit der Luftfeuchtigkeit ausdehnen und wieder zusammenziehen. Bei den Tapeten ist die Auswahl sehr gering, vor fünf Jahren gab es auch noch von den großen Herstellern einige Malle, heute scheint es, dass man nur noch von alternativen kleinen Fabriken Papiertapeten kaufen kann, die dann oft mit den alten Mustern von vor vielen Jahrzehnten bedruckt sind.

Darunter sind viele Muster, die unserem heutigen Geschmack nicht mehr entsprechen, aber auch einiges, was immernoch oder schon wieder sehr ansprechend aussieht. Die größte Schwierigkeit bei der Auswahl war, dass ein Hauptteil der Tapeten mit dunklen floralen Mustern bedruckt sind.

Für ein florales Muster haben wir uns auch entschieden, ein Muster aus den Fünfziger-Jahren mit dem Namen Kirschbaum (Kirsiikkapuu), wie hier vorgestellt.

Mit dem Tapezieren hatten wir ja auch schon Erfahrung gesammelt im Kinderzimmer, und ich muss sagen, jetzt beim zweiten Mal ist es schon durchaus sehr viel besser geworden – und vor allem waren kaum noch Flüche nötig, um die langen Tapetenbahnen zur Mitarbeit zu bewegen.

Ofen reparieren

Im Rahmen der Schlafzimmerrenovierung habe ich mich auch daran gemacht, das Rätsel des Kachenofens in diesem Zimmer zu lösen. Er war wohl kaum in Benutzung, den vorigen Besitzern zufolge das letzte Mal vielleicht vor 50 oder 60 Jahren geheizt worden. Man konnte ihn heizen, aber man merkte schon, dass er nicht so gut heizte wie die anderen Öfen, er zog auch nicht so gut.

Mit Hilfe eines Freundes, der Ofensetzer ist, habe ich mich daran gemacht, den Ofen von oben zu öffnen, damit man ihn reinigen, notfalls reparieren und vor allem verstehen kann, wie die Kanäle sich in ihm entlangziehen.

Das Gute an Kachöfen ist, dass sie mit Lehm gemauert werden. Mann muss also nur Geduld und Wasser haben, und schon kann man den Ofen Stück für Stück auseinander nehmen. In meinem Fall war die oberste Schicht aus Zement und musste abgeklopft werden. Aber dann konnte man den Lehm wirklich aus den Fugen kratzen, wenn man ihn erst eingeweicht hatte. Die Steine ließen sich dann langsam, Stück für Stück lösen. Die Kacheln der Außenwand konnte ich erhalten, denn die schön und glatt wieder zu setzen, erfordert schon etwas Übung.

Am Ende war der Ofen von innen eigentlich in Ordnung, nicht vollständig verstopft, wie ich angenommen hatte, auch nicht in sich zusammengestürzt, wie ich befürchtet hatte. Aber er war vollkommen verrußt, und der Ruß bildet sozusagen eine Schutzschicht, die die Ziegel des Ofens isoliert. Eigentlich sollen die Ziegel die Wärme des Rauches annehmen, bevor er aus dem Schornstein zieht (und das funktioniert meistens auch ziemlich gut). Der Rauch zieht durch das größere Loch in der Mitte auf dem letzten Bild nach oben, wo er an die Decke des Ofen stößt, sich an den Seiten wieder nach unten bewegt, unter dem Feuer durch einen Kanal durchzieht und dann seitlich in den Schornstein geleitet wird. Überall hingen Rußzotteln, und das war auch die größte Aufgabe, die zu tun war: alles ordentlich zu putzen. Es gibt unten im Ofen ein Loch für den Schornsteinfeger, aber von da aus kommt man nicht richtig an die Züge ran. Am Ende musste ich die ganzen Ziegel, die dann die Wärme speichern, wieder mit Lehm einmauern. Vier Ziegel habe ich erneuert.

Es hat sich gelohnt. Jetzt ziet der Ofen gut und wärmt sich auch viel besser auf als vorher, das heißt, wir brauchen eine kleinere Menge Holz, um die gleiche Wärme zu erzeugen.

 

 

Wärmespeicher im Gewächshaus März 2017

Nun habe ich auch noch ein aktuelles Bild für die letzten zehn Tage. Der Außensensor ist leider im Moment ausgefallen (Batterie muss ausgetauscht werden), aber auf der Grafik kann man sehr gut sehen, wieviel Wärme in der Erde gespeichert wird. Die rote Linie ist die Innentemperatur im Gewächshaus. Die Spitzen entstehen vor allem an sonnigen Tagen, wenn die Sonne direkt auf das Gerät scheint. Das wird besser, wenn die Pflanzen anfangen zu wachsen und die Geräte beschatten. Die braune Kurve misst die Temperatur der Luft am Ausgang der Röhren (konkret: eine der beiden tiefsten Röhren wird gemessen). Die Lufttemperatur schwankt viel mehr als die Temperatur des zweiten Thermometers, dass in der Nähe der Erde ist. Besonders an kalten Nächten bleibt es über 0° (außer am 25.2.). Das Gebläse arbeitet nur recht kurze Zeiten im Moment, denn es fängt erst bei 10° C an. Jetzt habe ich es auch so eingestellt, dass es auch bei -2° angeht. Noch ist es in der Erde erst 5°, damit kann man die Luft im Gewächshaus noch nicht besonders gut heizen. Die gesäten Samen sind auch noch nicht gekeimt.

Temperaturverlauf im März 2017: Temperatur im Gewächshaus

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Gewächshaus: ein wenig Theorie

Jetzt geht es auch in Finnland langsam Richtung Frühling. Wir haben zwar immer mal wieder eine kräftige Ladung Schnee, die in den folgenden Tagen dann langsam schmilzt, aber an sonnigen Tagen kann es im Gewächshaus schon über 20° heiß werden. Mit dem Gebläse kann dann der Boden langsam aufgeheizt werden, um seine Wärme über Nacht und an wolkigen Tagen wieder abzugeben.

Die Idee zu einem Gewächshaus, das Wärme speichern und später wieder abgeben kann, ist alt. Man hat zuerst begonnen, Wasserfässer an der Hinterwand zu stapeln, die dunkel angestrichen sind, sodass die Sonne das Wasser schneller erwärmt. Man kann auch einfach Masse (Steine, Beton) der Sonne aussetzen und so Wärme speichern. Das sind alles passive Methoden.

Bei dem SHCS-Gewächshaus (Subterrean heating and cooling system) handelt es sich um ein aktives Speichersystem. Der Begriff wurde von Sunny John erfunden, einem amerikanischen Unternehmer, der aktiv speichernde Gewächshäuser gebaut hat und sich sehr start mit den Funktionsprinzipien auseinandergesetzt hat. Auf seiner Internet-Seite hatte er eine Unmenge Informationen zu der Wirkungsweise und den besten Baumethoden gesammelt. Leider ist er vor ein paar Jahren gestorben und die Seite lässt sich nicht mehr aufrufen.

L. David Roper von YMCA in Virginia hat darauf aufbauend ein ziemlich großes Gewächshaus gebaut, das under den Beeten Luftröhren eingebaut hat, durch die die heiße Luft am Tag geleitet wird, um einen Teil der Hitze an die Erde abzugeben. Auch er beschäftigt sich sehr ausführlich mit den wissenschaftlichen Hintergründen des Projekts.

Das einzige Buch, das sich auf Finnisch mit der Permakultur intensiv auseinander setzt, Riipumaton puutarha, beschreibt auch den Beginn dieser Idee, mit der warmen Luft zu heizen, in einem Permakulturgewächshaus in den Rocky Mountains. Im Buch wird auch der Einsatz dieses Prinzips in Dänemark vorgestellt und daran gezweifelt, wie gut es denn wohl in Finnland funktionieren würde. In den USA kann man das ganze Jahr lang über 20° C erreichen, man kann also tropische Pflanzen anbauen. In Dänemark, dem Buch zufolge, bleibt es über die Wintermonate frostfrei (wobei der Bauherr das Gewächshaus als einen Anbau an seine Küche realisiert hatte und selber sagte, er wisse nicht, wie viel Wärme durch das Gebläse gespeichert werde und wieviel durch die Heizung der Küche hinzukäme). In meinem Projekt in Finnland bleibt es bis in den Dezember hinein frostfrei, dann friert des Gewächshaus ein, der Boden bleibt aber weitgehend frostfrei und lässt sich schon im März auf 8-10° C erwärmen. Leider ist die Sonne ab November so schwach, dass die Wärme im Erdboden dann recht schnell abnimmt.

Ein weiteres Beispiel für ein SHCS-Gewächshaus in nördlicheren Breitengraden findet sich in Calgary, Kanada.

Im Moment habe ich versuchweise Spinat, Salat und Möhren ausgesät und warte jetzt darauf, wann sie anfangen zu keimen. Spätestens ab Ende April (wenn es durchaus noch Nachtfröste hier gibt) können Setzlinge im Gewächshaus vorgezogen werden und blockieren also nicht mehr unser Wohnzimmer.

Und jetzt aber zum konkreten Design: ich habe mich für Drainageröhren entschieden, weil sie verhältnismäßig billig sind und auch schon gleich perforiert sind, sodass entstehendes Kondenswasser gleich in die Erde abfließen kann. Bei dem YCMA-Design haben sie die Röhren in Schotter gebettet, darüber ein Trennvlies eingelegt und erst dann die eigentliche Erde eingebracht, in der die Pflanzen wachsen sollen. Ich habe mich damit begnügt, den Aushub wieder zurückzuschütten. Das habe ich von einem Bagger machen lassen. Dei Grube konnte nicht so tief ausgehoben werden, wie ich es erhofft hatte, weil eine dicke Schicht Lehm kam, auf der sich das Grundwasser sammelte. Wenn ich in dem Lehm eine Grube ausgehoben hätte, hätte ich mich extra um Entwässerung kümmern müssen und noch das ganze Gebäude durch Pfähle im Boden gründen müssen. So habe ich einen massiven Sockel aus Beton gegossen (der wohl völlig überdimensioniert ist, aber das Haus ist ja aus Glas und sollte keine Spannungen haben). Darüber habe ich dann eine Mauer aus Betonsteinen gebaut, in die die Erde eingefüllt wurde.

In die Erde kommen drei Lagen Röhren, eigentlich insgesamt über einen Meter in der Tief verteilt. Bei mir sind es leider nur knappe 60 cm, sodass die Wärmespeicherung besonders in der Tiefe nicht ideal funktionieren kann.

Hinten auf dem ersten bild kann man eine dicke schwarze Röhre sehen, von der aus die weißen Drainageröhren gezogen werden. Auf dem zweiten Bild sieht man links die lange Metallröhre, auf der der Ventilator installiert wird. Von hier aus wird die warme Luft unter die Erde geführt und kommt dann aus den Enden der Röhren auf der anderen Seite etwas gekühlt wieder heraus. (Erfahrungswert ist etwa 5-8° kühler als am Eingang.)

Das eigentliche Gewächshaus wurde auf dem gemauerten Sockel errichtet, wie hier berichtet. Auf dem Bild unten sieht man noch einmal den Plan. Die Schräge der nach Süden gerichteten verglasten Wand richtet sich nach dem Einfallswinkel der Sonne und entspricht ungefähr dem Breitengrat, an dem man wohnt (hier nocheinmal genau beschrieben). Das YMCA-Gewächshaus hat einen Neigungswinkel von 45°, ich habe mich für 60° entschieden. Damit ist die Schräge so steil, dass ich keine eigentliche Vorderwand mehr brauche, sondern direkt mit der Beglasung anfangen kann.

Um die Wärme bestmöglich zu halten, sind alle anderen Wände mehr oder weniger isoliert, nach langer Überlegung habe ich auf dem Dach Stegplatten installiert, die auch eine sehr gute isolierende Wirkung haben. Im YMCA-Gewächshaus ist auch die Vorderseite mit Stegplatten verglast. Das Licht aus Richtung Süden her reicht gut aus, bei meiner Ausrichtung nach Südosten scheint die Sonne im Sommer von 7-15 Uhr direkt ins Gewächshaus, danach dann noch eine Weile von oben durch das Dach. So macht es nichts aus, dass die Hinterwand kein Licht durchlässt. Ich habe sie noch weiß angestrichen, damit möglichst viel Licht reflektiert wird.

Im Frühling 2015, also vor dem zweiten Gewächshaussommer, habe ich noch Doppelgläser installiert. Leider kriegt man es nicht vollständig dicht, aber man merkt den Unterschied besonders im Herbst, wenn draußen schon Minusgrade herrschen. Im letzten Bild oben kann man sehen, wie die einfachen Fenster über Nacht bereifen. Das war vor der Doppelbeglasung, am 28.10.2015. Man kann gut sehen, wie die warme Luft aus den Röhren den Reif geschmolzen hat, die anderen Fenster waren dick bereift. Probleme macht das vor allem dadurch, dass das Tauwasser an den Gläsern innen herunterläuft und in die Strukturen eindringt. Das ist auf Dauer nicht so gut. Durch die Doppenbeglasung ist dieses Problem schwächer geworden, dafür bildet sich im prallen Sonnenschein schnell Kondenswasser zwischen den Scheiben, das aber am Abend wieder verschwindet. Also eigentlich eine ganz gute beschattende Wirkung.

Ein Beispiel zur Temperaturentwicklung ziemlich am Anfang, als das Gebläse installiert war.

Messdaten für eine Woche im Gewächshaus. Rot is die Innentemperatur, blau die Temperatur am Ausgang der Röhren und braun die Außentemperatur

 

 

 

Am Tag sieht man deutlich, wie die Gewächshaustemperatur steigt, wenn die Sonne direkt scheint, und wieviel Energie sie in der Erde lässt. Im Vergleich ist die Außentemperatur sehr viel niedriger. Die seltsamen Spitzen am Ende jeden Tages in der Außentemperatur gehen darauf zurück, dass die Sonne am Abend direkt auf das Thermometer scheint, für eine halbe Stunde etwa. Am 8.7. war offensichtlich ein wolkiger Tag, und auch für die nächsten Tage sieht man, dass kaum noch Wärme von der Erde aufgenommen werden konnte, die blaue Kurve ist teilweise sogar höher als die rote. Am wolkigen Tag gleichen sich auch Bodentemperatur (Röhrenausgang, der Ventilator ist aus, wenn es kälte als 20° ist) und Außentemperatur an.

Die Einstellung war, dass der Ventilator angeht, wenn es über 20° warm ist, oder unter 12° kalt. Die Kälteunterschwelle wurde im gezeigten Zeitraum nicht erreicht.

Leider fehlt auch eine Anzeige der Erdtemperatur. Ich messe sie im Moment nur manuell. In den letzten beiden Sommern kam ich aber nie wirklich viel über 20°, vielleicht hin bis 24°. Dafür habe ich die Tür im Hochsommer halb geöffnet, damit keine Temperaturen über 30° vorkommen, das ist für die Pflanzen nicht gut.

Ich bin schon sehr zufrieden mit dem System. Es hat den Nachteil, dass es baubedingt etwas zu klein ausgefallen ist und die Sonne in den drei Wintermonaten einfach komplett fehlt. Ich kann aber im Vergleich zum Freiland fast drei zusätzliche Monate einplanen. Einen Vergleich zu einem Gewächshaus ohne Wärmespeicher habe ich (noch) nicht.

 

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Geländer für die Treppe – vom Entwurf zur Installation

Endlich hat unsere gefährliche schmale Treppe auch ein Geländer. Nach einigen Überlegungen mit Rundstäben, die einfach von oben nach unten gehen, habe ich mich für ein klassischeres Muster entschieden, das einen achteckigen Eckpfosten hat und ein leichtes aber dennoch stabiles Geländer, das an der Wand befestigt ist. Es ist auch so gemacht, dass das Gitter als ein Stück abgenommen werden kann, wonach man den Pfosten schräg nach innen lösen kann. Er keilt sich an der Decke fest, die zur Treppe hin leicht absteigend ist.

Weil ich ja für mein Gewächshaus schon viel Zeit mit 3D-Modellieren in SketchUp zugebracht habe, konnte ich ziemlich schnell dieses kleine Projekt auch visualisieren, mir Maße holen und auch die Zustimmung der Familie für das ausgewählte Design.

Bei der Arbeit hatten wir dann mit einigen Schwirigkeiten zu kämpfen. Der Pfosten konnte aus einem 100x100mm-Balken gehobelt werden, der vom Gewächshaus übrig geblieben ist. Die restlichen Bretter fanden sich auch schnell. Aber der gut Hobel gab dann kurz vor Ende es Hobelns seinen Geist auf.

Na, für was hat man gute Nachbarn! Der Nachbar kam auch bei -10°C (im Januar) und hat sich das gute Teil angeschaut, das wir schon aufgeschraubt hatten. Einige Schrauben und Muttern hatten sich gelöst, weil durch die große Reibungshitze und ein minimal schräg stehendes Zahnrad eine Hülse um eine Achse sich verschmolzen und fast ganz zerpulvert hatte. Wir versuchten sie zu retten, aber alle kleinen Rillen waren schon so abgeschliffen, dass die Klemmringe, die das Ganze zusammenhielten, nicht mehr an ihrer Stelle bleiben wollten. Nach nur einem halben Brett ist alles wieder auseinander geflogen.

Jedenfalls hat der gute Nachbar uns in seiner Werkstatt fertig hobeln lassen, sodass das Geländer noch fertig geworden ist.

Für den Hobel habe ich mir Ersatzteile schicken lassen und jetzt geht er wieder.

Eine Sauna im alten Pferdestall – Sommer 2015

Über die Pläne zu einer Sauna habe ich auch schon früher geschrieben, in diesem Post. Den ganzen Frühling haben wir darum gekämpft, die Pläne für den Umbau anerkannt zu bekommen, und anscheinend ging es am Ende nur darum, dass wir eine offizielle Unterschrift von einem Architektenbüro brauchten, was uns aber niemand direkt sagen wollte…

Schon bevor wir dann endlich nach langem Warten die Papiere in der Hand hatten, klopften die Handwerker an, dass sie jetzt gerade Zeit hätten und doch gerne anfangen würden. Auch hier wollten wir eigentlich so wenig wie möglich verändern, aber es war doch nötig, den Fußboden herauszunehmen und einen neuen zu gießen. Der alte war zum Glück aus ziemlich brüchigem Beton, sodass es nicht allzu schwer war, ihn zu zerkleinern. Trotzdem waren es 5t an Steinen und Beton, die wir entsorgen lassen mussten!

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Badezimmerrenovierung im Juni 2015

Jetzt wird es auch mal Zeit, von unserer Badezimmerrenovierung zu schreiben. Wir hatten ein funktionierendes Bad mit einer kleinen Sauna, als wir einzogen. Alles war ca. 20 Jahre als, aber verhältnismäßig wenig genutzt und die Verkäufer wollten ihre Hand dafür ins Feuer legen, dass alles mit der Wasserisolierung in Ordnung ist.

Trotzdem waren wir nicht ganz zufrieden mit dem beigen/rosa Farbton der Kacheln nocht mit der Sauna, die uns führ unsere Familie mit ihrem knappen 1 m2 doch etwas zu klein erschien. Noch dazu waren alle Wasserleitungen und Geräte sehr verkalkt, sodass klar war, etwas musste getan werden.

Nach langem Überlegen hatten wir ein paar Ideen und ließen auch von unserer Architektin zwei verschiedene Versionen ausarbeiten. Die Überlegung schloss schnell auch noch den Flur mit ein, in dem sich ursprünglich eine schmale Kammer befunden hatte, die etwas unpraktisch war.

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Gewächshaus: Wachstum

Ende Juni/Anfang Mai 2015 war es endlich so weit und ich konnte meine vorgezogenen Pflanzen im Gewächshaus aussetzen. Der Mai war zum größten Teil noch damit vergangen, dass ich die Gläser eingekittet hatte und das Dach in Ordnung gebracht hatte.

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Gewächshaus: Verglasung

Die diagonalen Stützen der Hinterwand und zwischen Dachfirst und Seitenwänden haben wir aus Holz gebaut, aber eine Holzstützden an der Vorderwand wäre sehr dick ausgefallen. Ich habe darum eine Eisenstrebe gekauft und die Hilfe meines Nachbarn geholt, der ein Schweißgerät hat. Weil die Winkel, mit denen die Strebe festgeschraubt werden sollte, in seltsamer Stellung an der Strebe verschweißt werden mussten, hat er im Grunde vor Ort die Verbindungen geschweißt und dann die saubere Schweißarbeit, mit der sie endgültig fest verbunden werden, im Schatten im Schuppen vorgenommen. Ich habe den Stahl dann mit Rostschutzfarbe gestrichen und mit vielen Schrauben verschraubt.

Damit hatte dann auch der vordere Teil des Gewächshauses die ausreichende Verstrebung, dass ich mich ans Einsetzen der Glasscheiben machen konnte.

Die Gläser sind aus riesigen alten Glasscheiben geschnitten, die ich von einer Baustelle umsonst bekommen habe: die ursprünglichen Gläser waren 1,5×3 m groß. Wir haben von ihnen Streifen von 55 cm abgeschnitten – die beiden äußeren Gläser sind jeweils etwas breiter ausgefallen. Das liegt daran, dass ich den Abstand zwischen den inneren Stützstreben für die Gläser so gewählt habe, dass man von innen noch fertige Fensterrahmen aufschrauben könnte und so eine Doppelverglasung erhält. Jetzt, im Nachhinein, hat sich gezeigt, dass es so nicht geht, weil es zu viele Hindernisse auf der Innenseite gibt und die fertigen Fensterrahmen auch nur einen Teil der Glasfront abdecken würden. Mein aktueller Plan ist es jetzt, auch noch passende Streifen für die Innenseite zurechtzuschneiden, dann auf eigene Leisten mit einer Dichtung angebracht werden und die doppelte Verglasung damit herstellen.

Im Moment hat das Gewächshaus nur einfache Glasfenster und man merkt schon, dass sie fast immer beschlagen sind und natürlich dadurch langsam aber sicher die Holzrahmen verwittern lassen.

Die Gläser haben zum Glück ziemlich gut in die fertig gesägten Nuten gepasst, sodass ich nur wenig Anpassungsarbeiten machen musste. Die Gläser werden in ihre Nut gelegt, dann mit kleinen Glasnägeln am Herausfallen gehindert und schließlich mit traditionellem Fensterkitt gekittet. Das Einsetzen eines Fenster hat ungefähr eine Stunde gedauert.

Gewächshaus: Isolierung und Dach aus Stegplatten

Die Isolierung der Hinterwand war dann der nächste Schritt. Ich habe dazu Schaumplatten genommen, also eine Art Plastik, mit dem es etwas unangenehm zu arbeiten ist, das aber sehr gut isoliert, auch gleichzeitig stabil ist und nicht schimmeln kann. Das gleiche Material habe ich auch entlang der unteren Wände des Fundamentes eingesetzt, damit die Erdmasse hoffentlich im Winter nicht so viel von ihrer Wärme verliert.

Der nächste Schritt war das Dach aus Stegplatten, das den nördlichen Teil des Gewächshauses bedeckt. Die vordere Schräge aus Glas bildet ja gleichzeitig Dach und Wand nach Süden hin. Die Stegplatten sollen im Vergleich zu einer normalen Verglasung sehr viel besser isolieren, sind aber nicht richtig durchsichtig und auch sehr teuer im Verlgleich zum  Glas, das ich umsonst bekommen habe. Ideal wäre es natürlich, auch die Südseite mit Stegplatten zu verglasen, aber wir wollen aus unserem Gewächshaus auch ganz gerne raussehen können.

Eine Weile habe ich auch noch hin und her überlegt, ob ich nicht das Dach solide und isoliert bauen sollte, aber schließlich habe ich mich für die lichtdurchlässige Lösung entschieden. Zur Not kann es immer noch isoliert werden, etwa auch temporär nur für die Winterzeit, in der es sowieso wenig Licht gibt.

Sechs der knapp einen Meter breiten Platten musste ich auf dem Dach anschrauben, sie sind durch „H-Leisten“ miteinander verbunden. Es war ziemlich mühsam, die Platten dort oben auf dem Dach miteinander zu verbinden, bei dem Wind hätten wir sie aber nie schon zusammengesteckt hochgekriegt. Der Dachteil ist etwas über 1,5 m lang, ich wollte die Steckplatten aber noch etwas nach hinten überstehen lassen, damit das Wasser nicht auf die Hinterwand tropft. Also habe ich vom Dachfirst aus etwa 30 cm erst einmal freigelassen und dann später mit einem extra bestellten Blech abgedeckt.

Die Stegplatten mussten deshalb schnell eingebaut werden, damit die Pressspanplatten nicht vom Regen durchnässt würden, denn es war eine ganze Woche Regen angesagt. Auch die Verkleidung der Seiten habe ich dann erst angefangen, also ich schon die Gläser eingesetzt hatte, damit sie nicht in den Regen geraten.

Das Verglasen beschreibe ich im nächsten Beitrag.

Gewächshaus: Gerüst

Der ursprüngliche Plan, hier gezeigt, schien uns dann doch etwas zu hoch, das Gewächshaus wäre an seinem oberen Ende 3 Meter hoch gewesen, hinzu noch ein halber Meter Fundament. Ich habe also schnell noch einmal eine neue Zeichnung gemacht, in der das hintere Dach zur Nordseite hin abfällt. Das hat auch den Vorteil, dass das Wasser nicht über das vordere Glasdach ablaufen muss, sondern auch nach hinten fließt.

Ein paar der schon zugesägten Teile mussten noch einmal gesägt werden (die seitlichen Dachstreben), aber das meiste konnten wir verwenden. Auf den ersten Bildern sieht man erst die Verbingung der seitlichen Mittelstrebe und dann das Dreieck, das sie mit der vorderen Strebe bildet, wie es auf dem Boden zusammengeschraubt wurde, damit wir hier schon einmal die richtigen Maße und etwas Standfestigkeit bekamen. Mit ein paar schrägen Latten haben wir die Stützen verstrebt und dann den Dachfirst eingesetzt; er besteht nur aus einem Stück und musste also nicht verlängert werden. Am ersten Tag stand so der Rahmen der Außenwände. Für die vorderen Pfosten ging der nächste Tag drauf, und die hinteren Pfosten für die solide Wand mussten wir zweimal wieder losschrauben, weil sich die Pläne dann doch immer wieder im Laufe des Bauens geändert hatten. Zum einen hatte ich sie auf dem Plan gleichmäßig verteilt, zum anderen hatte ich die Tür in der Hinterwand eingeplant. Wir realisierten sie dann aber schließlich auf der Ostseite, wie auf den Fotos zu sehen ist. Auch ein zuerst vorgesehenes Fenster für die hintere Wand ließen wir schließlich weg und richteten die Pfosten nur so aus, dass eine Platte Isolierung zwischen sie ohne Zerschneiden passte.

Mit etwas Gedult und Hebelkräften mussten noch der Mittelbalken und der Dachfirst austariert werden und mit einigen Tricks auch die vorderen Streben überredet werden, halbwegst genau in den vorgesägten Aussparungen zu sitzen. Dann haben wir diagonale Verstrebungen eingefügt, die die Stabilität deutlich erhöhten. Die Fensterrahmen für die Westseite sowie die Tür und die Isolierung der Ostseite diktierten dann, wie die Stützen hier gesetzt wurden. An die Hinterwand konnten wir gleich Pressspanplatten schrauben, die auch noch einmal Stabilität brachten und gleichzeitig auch eine billige und einfache Wand bilden.

Weiter geht es im nächsten Beitrag mit der Isolierung.

Plan für eine Sauna im großen Stallgebäude

Sauna Pohjapiirros 20.3.2015

Der Plan der neuen Sauna, die in den alten Pferdestall kommen soll

Der lange Stall und Schuppen

Der lange Stall und Schuppen

Hier sieht man den Plan, mit dem wir eine Genehmigung für eine Sauna eingeholt haben. Es handelt sich um den ehemaligen Pferdestall, links davon befindet sich der alte Kuhstall, noch eins weiter nach links sieht man als kleinen Raum den Hühnerstall (Kanala), nach rechts hin schließt sich ein Holzschuppen an.

Die Sauna wird also in ein schon bestehendes Gebäude eingebaut. Wir haben auf offizielles fließendes Wasser verzichtet, damit wir nicht so viel Papierkram brauchen und vor allem nicht auch noch eine zusätzliche Abwasserleitung von den Ställen bis zu unserem Abwasseranschluss brauchen (das wären etwa 80 m…). Mit einem Schlauch kriegt man das Wasser wohl schnell genug dort hin und für den Winter lassen wir uns etwas einfallen.

Der Raum, in den die Sauna soll, ist eigentlich etwas zu breit, aber durch die Anordnung der Fenster in der Wand kann man ihn auch schlecht anders aufteilen als wir es uns hier überlegt haben. Vorne ist also ein Ausruhraum, der auch gut als Gästezimmer im Sommer genutzt werden kann, dahinter befindet sich die Sauna mit Saunabank auf der rechten Seite und Ofen und Heißwassertopf auf der linken Seite. Da wäre sogar Platz für eine extra Badewanne, die man dann per Hand befüllt.

Die Baugenehmigung zu bekommen war ein langer und steiniger Weg, jedenfalls für uns, die wir uns vorstellten, wir könnten etwas selber machen – aber nein, man muss sich die Zeichnungen von Architekten anfertigen lassen, die einen Namen haben, nur des Namens wegen. Die Grundzeichnung stammt nämlich von mir, das Büro hat nur noch die Saunabretter usw. neu gezeichnet und den eigenen Namen drauf geschrieben. Toll, für so eine große Leistung zahlen wir natürlich gerne!

Die Genehmigung habe ich kurz vor Ostern beantragt, sie sollte doch jetzt eigentlich bald eintreffen, sie haben mir versprochen, dass es vier Wochen mit der Bearbeitung dauern würde. Zur Genehmigung gehören neben der Sauna auch ein Zaun, Solarzellen, die Veränderungen in Flur und Bad sowie die neuen Fenster in dem Bereich und auch das Gewächshaus.

Bierbrauen

Fast schon eine Tradition: mit Laurenz haben wir kurz vor Ostern Bier gebraut. Es sollte ein heller Maibock werden, ich habe es etwas anpassen müssen, weil nicht ganau der beschriebene Hopfen erhältlich war. Auch das Malz war Biomalz und anscheinend deshalb etwas dunkler. Wir werden schon langsam geübter. Nur das Filtern muss noch etwas verbessert werden.

Nach einer Nacht, in der der Sud durch das Tuch gelaufen war, war trotzdem noch eine Bodensatz im Gärbehälter. Die Hefe hat gleich schon zu wirken begonnen: ich hättte wohl obergärige Hefe haben sollen laut Rezept, aber die funktioniert nur bei etwa 10 Grad vernünftig, und so warm war es bei uns noch nicht, im Flur dafür schon wieder zu kalt… Also hatten wir untergärige Hefe für ein Belgisches Bier. Das wird wohl auch auf den Geschmack etwas einwirken.

Nach etwa zwei Wochen habe ich das Bier in Flaschen gefüllt und eine kleine Menge Zucker dazugegeben, damit Kohlendioxid entsteht. Es muss wohl noch einige Wochen reifen, aber der erste Test war sehr vielversprechend. Der Hefegeschmack verliert sich so langsam und der Hopfen tritt hervor. Im Sommer wird es richtig gut sein.

Badezimmerrenovierung, Heizung, neue Fenster…

Für den Eingangsbereich, also unseren Flur, haben wir uns auch entschieden, die Fenster zu verändern. Die vordere Wand mit Eingangstür und dem daneben befindlichen Fenster war bei der Fassadenrenovierung um 1985 entstanden. Sie war ganz im Stil der Zeit mit sogenanntem Fingerprofilholz, einer Holzverkleidung mit schmalen Rippen, versehen worden: dazu eine Tür mit schräger Profilholzverkleidung und ein fast quadratisches Fenster: alle mit Klarlack lackiert. Man sah natürlich sofort, dass es sich um eine Ergänzung handelte, die eben nicht dem Stil des restlichen Hauses folgt. Insofern kann man ja sagen, dass hier jemand sozusagen „ehrlich“ gehandelt hat und zeigen will, dass es sich um seine eigene Arbeit handelt.

Besonders in meinen Augen allerdings fühlte es sich eher als ein großer Fremkörper an. Im Flur war auch eine lange Zwischenwand, die eine schmale, aber lange Kammer zur Außenwand hin abtrennte. Ich musste diese Zwischenwand entfernen, als ich daran ging, den Fußboden besser zu isolieren. Als sie dann weg war, stellten wir fest, dass uns der Raum so viel besser. Da wäre dann auch entlich Platz für einen ordentlichen Schrank im Flur, in dem man all die Mäntel und Schuhe (hoffentlich wohlgeordnet) aufbewahren kann.

Im Laufe der Zeit gedieh unsere Planung immer weiter, und schließlich bezogen wir auch noch das Bad mit ein. Es ging einerseits darum, im Bad eine sinnvolle Renovierung auszuführen, mit der der überflüssige Raum der kleinen Sauna mitgenutzt werden konnte, andererseits aber auch eine Lösung für Warmwasser und Heizung zu finden, und einen Ort, an dem die Technik dann stehen kann.

Lange Zeit haben wir mit einer Zentralheizung geliebäugelt. Da wir aber davon ausgehen, dass wir die nächsten zehn Jahre den größten Teil der Heizenergie durch Holzverbrennen in den Kachelöfen aufbringen, lohnt sich die Investition rein rechnerisch nicht. Am Anfang war noch angedacht, dass wir einen Weg finden würden, auch in einem Warmwasserspeicher durch Verbrennen Wärme zu erzeugen, aber dafür ist kein Raum im bestehenden Haus und wir sind bisher nicht bereit, die huntertjährigen Kachelöfen dafür zu opfern. Also würde das Wasser auch wieder mit Strom geheizt werden, bevor es in den Heizungen zirkuliert. Da kann man dann auch gleich direkt mit Strom funktionierende Radiatoren an die Wände schrauben, denn dadurch spart man sich 5000 € an der Heizungsinstallation.

Somit wird also unser Wasser weiter mit Strom erwärmt, und die Heizkörper in den Zimmern werden auch direkt mit Strom beheizt. Die kleine Sauna, die im Bad eingebaut war, wird wieder Teil des Badezimmers; die eine der beiden Zwischenwände bleibt erhalten, dadurch entsteht eine Trennung zur Dusche hin. Auf dem vierten Bild sieht man die Lage der neuen Fenster (das dritte kommt in Badezimmer und ist noch nicht eingebaut), die veränderte Version des Badezimmers und als gestrichelte Linie eine alte Zwischenwand im Flur, durch die wir eine Kammer hatte, die wir aber geopfert haben, um mehr Platz und auch Licht durch das neue Fenster zu haben.

 

Neue Farben für Flur und Treppe

Wieder hat es uns einige Überlegunszeit gekostet, aber es hat sich gelohnt. Die Wände im Flur haben wir mit einem orangenen Braunton gestrichen, der ruska genannt wird, das bedeutet die Herbstfarbe der Blätter. Der Fußboden ist in einem dunklen Grau, das wirklich sehr viel schöner ist als der Grauton im Kinderzimmer und wohl auch dem ursprünglichen Grauton näher kommt, indem einmal die Dielen gestrichen waren. Die Wände im oberen Flurbereich sind in einem Gelb gehalten, dass sich Stroh nennt. Ihr seht die ungefähren Farben auf den Fotos.

Weil der Fußboden im unteren Flur einige Veränderungen mitgemacht hatte, war er nicht mehr besonders ansehnlich. Ursprünglich schon nicht sehr starke Dielen waren an einer Stelle mitten im Fußboden aufgesägt worden, sodass man etwa 60 cm zwischen jeweils einem Träger herausnehmen konnte: Der Keller, der sich unter Flur und dem vorderen Teil von Küche und ehemaliger Werkstatt befindet, wurde erst nachträglich eingebaut. Wahrscheinlich haben sie durch den jetzigen Türeingang die Erde ausgegraben und die Wände gemauert, aber die Decke musst von oben aus Beton gegossen werden. Nach der Erinnerung unserer Nachbarn hat das Anfang der 50er Jahre stattgefunden. Der Beton war nicht besonders gut, aber ausreichend, um zwischen drei Eisenbahnschienen gegossen die Decke zu tragen. Wie bröselig der damalige Beton ist, stellte sich heraus, als wir ein Loch in die Decke stemmen mussten: es broch einfach so weg und war überhaupt kein Problem, während man bei heutigem starken Beton sehr viel mehr Arbeit hat. Man sieht die herausgesägten Dielen auf dem zweiten Bild in diesem Eintrag.

Jedenfalls haben wir von einem kleinen Sägewerk dünne, nur etwa 2 cm dicke Bodenbretter bekommen, die ich dann auf einer Filzunterlage verlegte. Jetzt fehlen nur noch die Fuß- und Deckenleisten, um den Flur abzurunden.

Eine Idee zur Eingangstür

Nach den Veränderungen im Flur passt die alte, in den 1980-Jahren eingesetzte Einganstür nicht mehr so richtig zu dem Stil der Fenster und Wandverkleidung. Wir haben uns von alten Türen inspirieren lassen, die wir im Internet gefunden haben. Hier ein Beispiel wie wir uns jetzt die Eingangstür vorstellen könnten. Interessant in dieser Fotomontage, dass sogar die unteren queren Spiegel der Tür zu den Dimensionen vom Fenster daneben passen.
Die Farbe wird wohl ein helles Grau werden.

Studie für eine Eingangstür

Studie für eine Eingangstür

Gewächshaus im Planungsstadium 2

Auch die Struktur des Gewächshauses habe ich mit SketchUp modeliert: Dadurch erhalte ich von allen Holzbalken ein exaktes Modell, das ich aus dem Modell heraus auf Papier ausdrucken kann und dann als Plan für das Zurechtsägen der Teile benützen kann. Dadurch ist es möglich, alle Teile passgenau zu arbeiten, bevor man überhaupt mit dem Zusammenbau beginnt.

Die Maße, nach der die vorderen Stützbalken gesägt werden

Die Maße, nach der die vorderen Stützbalken gesägt werden

Ein dreidimensionales Modell der Struktur des Gewächshauses. Auf dem Dach ist schon Glas zu sehen.

Ein dreidimensionales Modell der Struktur des Gewächshauses. Auf dem Dach ist schon Glas zu sehen.

Wie auch schon aus den vorherigen Beiträgen zu sehen ist, handelt es sich um ein etwas ungewöhnlicheres Gewächshaus, in dem versucht wird, den Wärmeverlust so weit wie möglich einzudämmen. Dazu gehört die massive hintere (Nord)Wand, die teilweise massiven Seitenwände, die hoffentlich funktionierende Doppelverglasung der vorderen Südseite: das ist die Schräge, die man vorne sieht. Durch die in der Erde verlegten Röhren soll die von der Sonne aufgeheizte Luft in die Erde geleitet werden, um einen Teil der Wärme speichern zu können: in den Nächten können so Kälteeinbrüche vermieden werden, weil in kalten Zeiten die Wärme aus dem Boden wieder zum Heizen des Gewächshauses genommen werden kann. Wie groß die Wäremspeicherkapazität ist und wie weit ich damit in den beginnenden Winter hinein kommen werden, kann ich allerdings nicht sagen. Im Winter ist die Sonne hier für gut zwei Monate so niedrig, dass sie eigentlich überhaupt nicht wärmt. Da müssen dann die Pflanzen wohl oder übel in Winterruhe sein.

Gewächshaus im Planungsstadium

Seit einigen Wochen plane ich die Konstruktion des Gewächshauses. Ich habe sogar ein Modell unserer Häuser angefertigt um zu sehen, wie lange die Sonne in das Gewächshaus scheint. Als Beispiel hier zwei Bilder vom heutigen Tag, dem 8.3. Das erste Bild stellt die Schatten um ca. 8 Uhr morgens dar, wenn die Sonne aufgeht. Das zweite Bild stellt die Schatten um etwa 15 Uhr dar, wenn sich die ersten Schatten im Gewächshaus bilden, weil die Sonne so seitlich einfällt. Ich denke, damit habe ich durchaus ausreichend Sonne, um meine Tomaten wachsen zu lassen.

Das Gewächshaus ist also das kleine Gebäude, dessen Dach nach oben offen ist und das eine schräge Wand nach vorne hin hat.

Pikkumäki: Schattenwurf im März ca 8 Uhr

Pikkumäki: Schattenwurf im März ca 8 Uhr

Pikkumäki: Schattenwurf im März ca 15 Uhr

Pikkumäki: Schattenwurf im März ca 15 Uhr

Zur Vereinfachung habe ich nur einen einzigen Baum eingesetzt, von dem ich annehme, dass er mit dem Schattenwurf bis zum Gewächshaus kommt. Im März ist er noch kahl und hat also keinen großen Einfluss, und im Sommer steht die Sonne dann auch wieder höher und sein Schatten reicht nicht bis zum Gewächshaus hin.